Cadmus und PDP11

Die allerersten Rechner von PCS waren wohl PDP11-Nachbauten, die aber sehr schnell dahingehend verbessert wurden, dass statt des LSI11-Prozessors 680×0-Prozessoren von Motorola verwendet wurden. Der gesamte restliche Aufbau wurde aber beibehalten. Das Bussystem in Cadmus Rechnern entspricht dem QBUS von DEC. Und sämtliche I/O-Karten mit der angeschlossenen Peripherie wurden von DEC übernommen.

Es scheint so als wäre ein Cadmus 9200 nichts anderes als ein Nachbau einer PDP11/23 mit 680×0-Prozessor und angepassten Memory-Boards.

Laut Cadmus-Dokumentation wurde z.B. als serielle I/O-Karte ein DLV11-J Board verwendet. Das ist eine QBUS-Karte für PDP11-Rechner, die von DEC mit der Teilenummer M8043 verkauft wurde. Vermutlich kann ich also die fehlende serielle Karte durch DEC-Teile ersetzen.

Erste Inspektion

empty-cadmus-boxEndlich hatte ich heute Zeit die Cadmus-Kisten näher zu betrachten. Um es zusammenzufassen: Es war frustrierend – die meisten Kisten sind nämlich leer.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, mir aus den 7 Kisten etwas Funktionierendes zusammenzustellen. Jetzt sieht es so aus, dass sehr fraglich ist, ob überhaupt irgendetwas funktioniert. Offenbar habe ich drei verschiedene Sorten von Kisten erhalten:

CPU-Kisten: die erkenne ich an den drei Lampen und dem Schlüsselschalter. Sie enthalten in der Mitte der Kiste ein Netzteil, im vorderen Bereich Platz für eine 5.25 Festplatte und ein 5.25 Floppylaufwerk und im hinteren Bereich ein Bussystem mit 9 Steckplätzen. Von diesen Kisten habe ich drei erhalten. Eine ist komplett leer, d.h. Floppy, Festplatte und alle Boards wurden entfernt, die beiden anderen enthalten je ein Floppylaufwerk und eine Festplatte im vorderen Beriech und im Bussystem einige Boards. In einer der beiden Kisten wurden das Floppylaufwerk und die Festplatte nur lose hineingelegt. Aus der im Netz verfügbaren Dokumentation weiss ich, dass das CPU-Board im ersten, oberen Steckplatz des Bussystems stecken muss. Genau dieser Steckplatz ist aber nur bei einer einzigen CPU-Kiste gefüllt, ansonsten scheinen die beiden gefüllten CPU-Kisten nur Memory-Boards zu enthalten. Die CPU-Kisten haben keinen einzigen seriellen Anschluss.

Erweiterungs-Kisten: hiervon habe ich zwei. Sie sind ähnlich aufgebaut wie die CPU-Kisten. Netzteil an der gleichen Stelle. Der vordere Bereich ist leer und enthält auch keine Verkabelung, an die etwas angeschlossen werden könnte. Im hinteren Bereich befindet sich das gleiche Bussystem mit 9 Steckplätzen. Alle Steckplätze in beiden Kisten sind aber leer. An der hinteren Seitenwand befinden sich 8 serielle Anschlüsse, ein paralleler Anschluss und ein Netzwerkanschluss. Dies Anschlüsse waren wohl mit den nicht mehr vorhandenen I/O-Boards verbunden.

Storage-Kisten: Auch hiervon habe ich zwei. Die Kisten enthalten eine große Festplatte und ein Streamer-Laufwerk. In einer Kiste ist vom Streamer-Laufwerk allerdings nur die Elektronik vorhanden und das eigentliche Laufwerk fehlt. Ob und wie man diese Kiste mit den CPU-Kisten verbinen kann ist noch nicht klar. Sie verfügen über je zwei lange Flachbandkabel, von denen ich noch nicht weiss, wo und wie man die anschliessen soll.

Insgesamt bedeutet dies: Ein Cadmus-System bestand wohl aus drei Kisten: Einer CPU-Kiste mit Boot-Floppy, Boot-Disk, CPU-board und Memory-boards, einer Erweiterungskiste mit I/O-Karten und optional einer dritten Kiste mit Erweiterungsspeicher. Um ein solches System zu betreiben, benötigt man mindestes ein serielles I/O-board und genau von dieser Sorte habe ich kein einziges. Netzteile dagegen habe ich genug.

Um das einzig vorhandene CPU-board zu testen, benötige ich also erst mal ein serielles I/O-board.