Erste Inspektion

empty-cadmus-boxEndlich hatte ich heute Zeit die Cadmus-Kisten näher zu betrachten. Um es zusammenzufassen: Es war frustrierend – die meisten Kisten sind nämlich leer.

Eigentlich hatte ich vorgehabt, mir aus den 7 Kisten etwas Funktionierendes zusammenzustellen. Jetzt sieht es so aus, dass sehr fraglich ist, ob überhaupt irgendetwas funktioniert. Offenbar habe ich drei verschiedene Sorten von Kisten erhalten:

CPU-Kisten: die erkenne ich an den drei Lampen und dem Schlüsselschalter. Sie enthalten in der Mitte der Kiste ein Netzteil, im vorderen Bereich Platz für eine 5.25 Festplatte und ein 5.25 Floppylaufwerk und im hinteren Bereich ein Bussystem mit 9 Steckplätzen. Von diesen Kisten habe ich drei erhalten. Eine ist komplett leer, d.h. Floppy, Festplatte und alle Boards wurden entfernt, die beiden anderen enthalten je ein Floppylaufwerk und eine Festplatte im vorderen Beriech und im Bussystem einige Boards. In einer der beiden Kisten wurden das Floppylaufwerk und die Festplatte nur lose hineingelegt. Aus der im Netz verfügbaren Dokumentation weiss ich, dass das CPU-Board im ersten, oberen Steckplatz des Bussystems stecken muss. Genau dieser Steckplatz ist aber nur bei einer einzigen CPU-Kiste gefüllt, ansonsten scheinen die beiden gefüllten CPU-Kisten nur Memory-Boards zu enthalten. Die CPU-Kisten haben keinen einzigen seriellen Anschluss.

Erweiterungs-Kisten: hiervon habe ich zwei. Sie sind ähnlich aufgebaut wie die CPU-Kisten. Netzteil an der gleichen Stelle. Der vordere Bereich ist leer und enthält auch keine Verkabelung, an die etwas angeschlossen werden könnte. Im hinteren Bereich befindet sich das gleiche Bussystem mit 9 Steckplätzen. Alle Steckplätze in beiden Kisten sind aber leer. An der hinteren Seitenwand befinden sich 8 serielle Anschlüsse, ein paralleler Anschluss und ein Netzwerkanschluss. Dies Anschlüsse waren wohl mit den nicht mehr vorhandenen I/O-Boards verbunden.

Storage-Kisten: Auch hiervon habe ich zwei. Die Kisten enthalten eine große Festplatte und ein Streamer-Laufwerk. In einer Kiste ist vom Streamer-Laufwerk allerdings nur die Elektronik vorhanden und das eigentliche Laufwerk fehlt. Ob und wie man diese Kiste mit den CPU-Kisten verbinen kann ist noch nicht klar. Sie verfügen über je zwei lange Flachbandkabel, von denen ich noch nicht weiss, wo und wie man die anschliessen soll.

Insgesamt bedeutet dies: Ein Cadmus-System bestand wohl aus drei Kisten: Einer CPU-Kiste mit Boot-Floppy, Boot-Disk, CPU-board und Memory-boards, einer Erweiterungskiste mit I/O-Karten und optional einer dritten Kiste mit Erweiterungsspeicher. Um ein solches System zu betreiben, benötigt man mindestes ein serielles I/O-board und genau von dieser Sorte habe ich kein einziges. Netzteile dagegen habe ich genug.

Um das einzig vorhandene CPU-board zu testen, benötige ich also erst mal ein serielles I/O-board.

1 Gedanke zu „Erste Inspektion“

  1. Hallo Peter,

    ich habe vor über 25 Jahren an der Universität Kaiserslautern einen CADMUS 9200 vor der Verschrottung gerettet. In den späten 90er Jahren war das Teil immer noch funktionsfähig (allerdings hatten irgendwann mal die Schottky-Doppeldioden [TO-3-Gehäuse] schlapp gemacht, weshalb ich sie durch zeitgenössischere ersetzt hatte.
    Infolge einiger Turbulenzen in meinem Leben (Umzüge und sonstiges) steht das Teil seit über 18 Jahren im Keller und war seither nicht mehr in Betrieb.
    Per Zufall ergab sich vor kurzem eine Gelegenheit, den CADMUS und zahllose andere technische Schätze aus meiner Sammlung für eine Sonderausstellung „technische Geräte“ des Edenkobener Heimatmuseums beizusteuern.
    Zu gerne möchte ich das ganze Gerümpel natürlich – soweit irgend möglich – „in action“ präsentieren, weshalb demnächst eine ebenso feierliche wie auch vorsichtige (d. h. am Regeltrafo) Wiederinbetriebnahme zu Hause ansteht…

    Mein System besteht aus 2 Kisten (CPU + Interfaces in der einen, 60MB-Platte und 9-Spur-Streamerlaufwerk in der anderen).
    Zu den Flachband-Leitungen: die bunte mit den twisted pairs geht zum Plattenlaufwerk, die graue ist für den Tapestreamer.

    Falls es Sie interessiert, könnte ich gerne über den Verlauf der Aktion berichten.

    Herzliche Grüße,

    Thomas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *